Wohnungssegment treibt Markt für Haustüren in Westeuropa an

19. Okt 2021 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Marktforschung • Wirtschaftsstatistik • Marktanalyse • Bau & Wohnen • Handel & Dienstleistung • Produktion

Nach nur leichten Rückgängen 2020 wird der Markt für Haustüren in den fünf größten Märkten Westeuropas (Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien) bereits in diesem Jahr, das Niveau von vor der Krise übertreffen. Für dieses Jahr wird ein mengenmäßiges Wachstum von 5,4% erwartet.


Langsam, aber stetig wird jedoch die Dynamik des Marktes in den nächsten Jahren abnehmen. Daher liegt auch das durchschnittliche jährliche Wachstum für die Jahre 2020 bis 2024 bei 4,0%, wie eine Studie von Interconnection Consulting zeigt.

Es sind vor allem zwei Bereiche, die das positive Sentiment des Marktes verursachen. Das ist einerseits das Wohnbausegment, in dem der Absatz der Haustüren 2021 voraussichtlich um 6,9% ansteigen wird, sowie der Renovierungsbereich, der mit einem prognostizierten Anstieg von 6,5% das Neubausegment (+3,6%) in Sachen Dynamik deutlich übertrumpfen wird. Das Wohnsegment ist mit 79% wichtigster Absatzmarkt für Haustüren und der Renovierungssektor hat mit 62% Marktanteil gegenüber dem Neubausegment weit die Nase vorne. Andererseits tut sich das Marktsegment des Nicht-Wohnbaus in allen untersuchten Regionen schwerer, nach der Krise wieder in die Gänge zu kommen. Aufgrund von Preissteigerungen wird der Umsatz in den fünf Ländern 2021 mit 10,9% noch viel stärker steigen ansteigen als der Absatz.

Wachstum in den Märkten zweigeteilt

Die einzelnen Märkte und ihre Entwicklungen verliefen durchaus ähnlich, zeigen jedoch aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen in den Ländern auch einige Differenzen. In Italien sank der Absatz für Haustüren im Vorjahr um 7,8%. In diesem Jahr stieg der Markt jedoch wieder rasch an (+4,6%). Dafür verantwortlich war nicht zuletzt die Einführung des Superbonus 110 durch die Regierung, die den Haushalten bis zu einer gewissen Grenze 110% ihres Renovierungsinvestments rückerstattete. In Frankreich schrumpfte der Markt 2020 um 7,7% aber wird in diesem Jahr um 6,5% wieder zulegen. Wie in allen untersuchten Märkten wird dabei das Wohnbau-Renovierungssegment mit einem Plus von 7,7% der größte Treiber des französischen Marktes sein. Im Neubau sind es vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser, die eine große Nachfrage erzeugen. In Deutschland ging es auch 2020 mit dem Haustürmarkt bergauf. Dieser Anstieg wird 2021 im Wohnbau beschleunigt fortgesetzt (+4,9%). Gerade der Wohnbausektor zeigt sich sehr widerstandsfähig gegenüber der Krise. Günstige Wohnungskredite und die Stabilisierung der Haushaltseinkommen durch die Regierung zeigen dabei eine positive Wirkung auf die Nachfrage von Haustüren am Wohnungsmarkt. Auch das Renovierungssegment im Wohnbausegment zeigt sich sehr robust. Andererseits wird in Deutschland der Nicht-Wohnbausektor in diesem Jahr ein Minus einfahren (-3,5%). „Abnehmende Investitionen in den Gewerbe- und Industriebau sind ausschlaggebend“, erklärt Laszlo Barla, Autor der Studie, die Gründe für den Rückgang im Nicht-Wohnbau. 2020 war auch für Großbritannien ein herausforderndes Jahr. So stürzte der Markt 2020 um fast 10%. Jedoch wird für dieses und die nächsten Jahre ein starker Rebound-Effekt erwartet. In diesem Jahr wird das Wachstum bei 7,0% liegen und 2022 bei 5,4%. Auch in Großbritannien ist es der Wohnungssektor, der das Wachstum durch hohe Bewilligungen bei der Vergabe von Hypothekar-Krediten antreibt. Aber auch Unternehmensinvestitionen ziehen wieder an, da die Unsicherheiten bezüglich der Handelsbeziehungen mit der EU sich langsam auflösen. In Spanien ist der Markt noch stärker zweigeteilt als in den meisten anderen Ländern. Während das Wohnbausegment 2020 um 4,2% zulegte, ging der Nicht-Wohnbausektor um 2,9% zurück. Die Divergenz wird auch in diesem Jahr anhalten mit einem Wachstum von 7,3% auf der einen Seite und einen Rückgang auf der Seite des Nicht-Wohnbaus -3,2%.

Trend geht in Richtung Aluminium

Im Bereich der Materialien hat insgesamt Aluminium knapp die Nase vorn mit einem Marktabsatzanteil von 32,1%, dicht gefolgt von PVC mit 30,8%. Dieses knappe Ergebnis zeigt jedoch nur eine Momentaufnahme. „PVC hat nur kurzfristig von der gestiegenen Renovierung profitiert. Auf längere Sicht sind die Anteile von PVC sogar leicht rückläufig“, so Barla. Eine Ausnahme am Markt stellt Italien dar, wo Holztüren das beliebteste Material sind, mit einem Marktanteil von 26,5%. Jedoch zeigt sich auch, dass dieser Marktanteil stetig zurückgeht. Das Nummer Eins Material in Frankreich und Deutschland ist Aluminium mit einem Marktanteil von 33 respektive 35%. In Großbritannien wiederum dominiert PVC mit mehr als 40% des Marktanteils. Dieser Anteil wird auch in den nächsten Jahren stabil erhalten bleiben. Ein wenig stärker als PVC wird jedoch Aluminium wachsen, von heute 25% auf 26% Marktanteil. In Spanien ist Aluminium fast allein auf weiter Flur. Der Marktanteil des dominierenden Haustürmaterials beträgt 71%, danach folgen Holz und PVC.

Der Markt für Haustüren in Osteuropa wird durch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in diesem Jahr um 4,4% an Wert verlieren. Durch den Rückgang der Baufertigstellungen in den nächsten Jahren wird sich der Markt in den sechs untersuchten Ländern (Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Griechenland) erst 2023 ein wenig erholen, aber auch dann noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht haben

Aktuell bietet Interconnection folgende Studien im Bereich Türen:

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