West-Ost-Gefälle am europäischen Fertighausmarkt

06. Nov 2016 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktforschungstool • Wirtschaftsstatistik • Bau & Wohnen • Produktion

Der Fertighausmarkt in Europa zeigte 2015 zwei Gesichter. Während nur 3 von 7 osteuropäischen Länder eine positive Entwicklung erfuhren, verbuchten fünf von acht Ländern Westeuropas einen Marktanstieg, wie eine neue Studie von Interconnection Consulting zeigt. Die verkaufte Anzahl an Fertigteilhäusern stieg in den 15 untersuchten Ländern um 2,9%.


Insgesamt stieg die Fertighausquote in den untersuchten Märkten von 12,4% auf 12,8%. Auch die Durchdringung des Marktes ist in den verschiedenen Ländern äußerst unterschiedlich ausgeprägt. Während in Österreich die Fertighausquote 34,3% beträgt, liegt diese in Großbritannien nur bei 3,3%.

Italiens Fertighausbranche boomt

Neben Österreich und der Schweiz war auch der Fertighausmarkt in Spanien rückläufig (-1,8%). Dort erlebte die Bauindustrie einen dramatischen Absturz, was auch die Fertigteilbranche zu spüren bekam. In den restlichen fünf Ländern konnte die Branche teilweise spektakuläre Zugewinne verbuchen. In Italien stieg der Verkauf von vorgefertigten Häusern um 9,7% und das obwohl insgesamt der Markt für Ein- und Zweifamilienhäuser um 5,8% schrumpfte. Zwischen 2011 und 2015 stieg der Marktanteil von Fertighäusern um enorme 182,5%. Auch in Frankreich konnte der Sektor enorm zulegen (+8,2%). Jedoch hat der Markt auch einen gewissen Aufholbedarf. So liegt die Fertighausquote bei 5,2%. Dasselbe gilt für Großbritannien, wo der Markt um 6,5% zulegte, jedoch durch den insgesamt starken Anstieg der Bauindustrie kein großer Zugewinn an Marktanteilen erreicht werden konnte. Auch Deutschland (+4,3%) und Belgien (+1,8%) verbuchten moderate Steigerungsraten.

Zweiteilung in Osteuropa

In Osteuropa bilanzierten drei von 7 Länder positiv. In Polen stieg der Verkauf von vorgefertigten Häusern um 12,9%. Dabei dominierte vor allem der Verkauf von Einfamilienhäuser mit einem Marktanteil von 98,1%. Auch in Tschechien konnte das Marktvolumen für Fertighäuser um 6,5% zulegen. Damit stieg die Fertigteilhausquote auf 11,5%. In der Slowakei konnte das Marktvolumen um 12,5% zulegen. Damit konnte die Branche auch erheblich an Marktanteilen zugewinnen und liegt dort bei 12,6%. Während in diesen Ländern die Branche die gute Konjunktur nutzte um ihr Marktvolumen zu steigern, mussten andere osteuropäische Staaten teilweise herbe Markteinbrüche hinnehmen. In Kroatien sank der Fertighausmarkt um 18,8%, in Bosnien-Herzegowina um 25,7%. In diesen beiden Ländern, so wie in vielen Ländern Osteuropas stellt die Fertighausbranche noch ein absolutes Nischenprodukt dar, mit Marktanteilen von unter drei Prozent. So auch in Ungarn, wo die Branche mit -6,3% nicht ganz so stark abstürzte. In Slowenien stagnierte der Fertighausmarkt (-1,6%). Mit einem Anteil von 1,5% am gesamten Ein- und Zweifamilienmarkt liegt der Branchenanteil in Slowenien am niedrigsten von allen untersuchten Ländern.

One-Stop-Shopping im Trend

Die erhöhte Nachfrage nach One-Stop-Shops erhöht auch die Marktanteile bei schlüsselfertigen Lösungen. 56,1% aller Fertighäuser wurden in Europa schlüsselfertig gebaut. Bei 9 von 15 Ländern liegt der Anteil schlüsselfertiger Lösungen bei über 50% (Frankreich, Italien, Spanien, Schweiz, Großbritannien, Bosnien-Herzegowina, Tschechien, Polen und Slowakei). Im Gegensatz dazu liegt die Schlüsselfertig-Quote in Kroatien bei ausbaufähigen 2,4%.

Die Studie IC Market-Forecast® Fertighäuser in Europa 2015 (Umfang: ca. 145 Seiten plus Rohdaten als Excel Tabelle) ist ein jährlich erscheinende Studie über Gesamtmarkt, Prognosen und Vertriebskanäle am europäischen Fertighausmarkt und ist bei Interconnection Consulting zum Preis von € 1.500,- erhältlich.

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