Renovierungen helfen der Systembodenbranche in Europa aus der Krise

23. Okt 2020 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Marktforschung • Wirtschaftsstatistik • Branchenstudien • Marktanalyse • Bau & Wohnen • Handel & Dienstleistung • Produktion

Nach einem stetigen Wachstum in den letzten Jahren ist die COVID-Krise ein großer Einschnitt für den europäischen Markt für Systemböden, mit einem erwarteten Rückgang von 6,0% für 2020.


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Systemböden werden vor allem im Nichtwohnbau verwendet, um Strom- und Datenkabeln in einem Hohlraum unter dem Bodenbelag zu verlegen. Trotz eines Anstiegs im Renovierungsbereich, wird der Rückgang bei Neubauprojekten, speziell im Büro- und Handel, den Markt bis 2023 unter dem Vorkrisenniveau halten, wie eine neue Studie von Interconnection Consulting zeigt.

Holz- und Mineralböden an der Spitze

Die wichtigsten Materialien für Systemböden sind Mineralfaser mit einem Anteil von 31,0%. Jedoch zeigt dieses Produktsegment zukünftig eine Stagnation aufgrund sinkender Verfügbarkeit der Rohmaterialien. Demgegenüber werden Holzplatten bis 2023 von nun 30,6% auf 31,1% ansteigen und damit auch die Mineralböden von Platz Eins ablösen. Holz ist bereits in Frankreich, Spanien und den Benelux-Ländern die stärkste Produktgruppe, während Mineralböden in Italien und Deutschland mit über 40 Prozent-Anteil den Markt beherrschen. Stahlverkapselte Paneele sind wiederum in Großbritannien mit einem Anteil von mehr als zwei Drittel das wichtigste Segment, und gewinnen aufgrund der Stabilisierung des Aluminiumpreises auch europaweit wieder an Terrain.

Zwei Konstruktionsweisen

Es gibt zwei Konstruktionsweisen für Systemböden. Beim Doppelboden gewähren einzelne verlegte Platten, an jeder Stelle, den freien Zugang zum Bodenhohlraum. Hohlböden wiederum sind gekennzeichnet durch eine durchlaufende geschlossene Tragschicht, die nur über Revisionsöffnungen den Zugang zum Bodenhohlraum ermöglicht. Zweitere ist in Deutschland sehr beliebt, wo sie immerhin fast ein Viertel des Gesamtmarktes einnimmt. „Jedoch verlieren die Böden im Vergleich zu Paneelen-Bauweise an Anteilen, aufgrund ihrer eingeschränkten Funktionalität vor allem im Bürobereich und in den Datenzentren“, wie Dr. Stefano Armandi, Autor der Studie erklärt.

Öffentliche Ausgaben als Silberstreif am Horizont

Gerade staatliche Investitionen im Gesundheits- und Bildungsbereich werden die Verluste der Branche in den nächsten drei Jahren in Grenzen halten, jedoch nicht zur Gänze kompensieren. Die meisten Paneele sind noch immer bestimmt für die Segmente Büro und Handel, die jedoch unter der Zurückhaltung bei Neubauprojekten leiden und daher 2021 einen starken Rückgang im Geschäftsvolumen erfahren werden. Gleichzeitig steigt die Renovierungstätigkeit, da viele Unternehmen die temporäre Abwesenheit des Personals während des Lockdowns ausgenutzt haben, um interne Areale zu erneuern.

Marktkonzentration sorgt für Engpass bei Rohstoffen

Die Marktkonzentration ist sehr stark, vor allem im Premium-Segment. Die Top-5-Unternehmen nehmen einen Anteil von 45 Prozent ein. Einige Übernahmen in den letzten Jahren haben die Konzentration am Markt weiter verstärkt und darüber hinaus auch zu einem Engpass bei Rohmaterialien geführt, vor allem im Bereich der Mineralböden. Unter den großen Namen sind Unternehmen wie Kingspan, sowie die deutschen Anbieter Lindner, Knauf und Mero zu finden

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