Hitzewelle hilft - Markt für Markisen steht viel Sonnenlicht bevor

17. Mai 2016 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Wirtschaftsstatistik • Marktanalyse • Bau & Wohnen • Handel & Dienstleistung • Produktion • Gastronomie

Nach Jahren der Stagnation hat der Markt für Markisen in Europa wieder Schwung aufgenommen. Im letzten Jahr konnte die Branche ihre Absatzzahlen nach Jahren des Rückgangs um 1,8% steigern. Vor allem die Rückkehr Spaniens auf dem Wachstumspfad (+4,5% in Menge, 5,4% in Wert), aber auch die Erholung am italienischen Markisenmarkt führten zu einem positiven Gesamtergebnis. Bis 2018 wird mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum in Menge von 2,1% gerechnet, wie eine Studie von Interconnection Consulting zeigt.


Auch Hitzewelle hilft

In den Jahren 2013 und 2014 hatte der Markt für Markisen mit Absatzrückgängen (0,7% respektive 0,5%) zu kämpfen. Diese Zeiten sollten nun endgültig der Vergangenheit angehören. „Die Konsumenten geben wieder mehr Geld für die Renovierung aus“, begründet Dr. Stefano Armandi, der Autor der Studie den Aufwärtstrend am Markisenmarkt. Ein weiterer Grund für den Umsatzanstieg von 3,3% im letzten Jahr, in den sechs untersuchten Ländern Deutschland, Italien, Spanien, Schweiz, Niederlande, Österreich, sieht Dr. Armandi auch in der Hitzewelle des vergangenen Jahres, als vielerorts höchste Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen wurden.

Italien hat Talsohle bereits durchschritten

Jedoch zeigt sich länderübergreifend ein sehr unterschiedliches Bild des Wachstums, was sich auch in den Veränderungen der Marktanteile niederschlägt. Der deutsche Anteil stieg dabei zwischen 2012 und 2015 um 1,6% auf 37,9%. Dort führte 2015 ein erhöhter privater Konsum auch zu einem Anstieg in Menge (+2,0%) und Wert (+4,8%) am Markisenmarkt. Der Anteil Italiens gegenüber den untersuchten Gesamtmarkt fiel hingegen in den letzten drei Jahren um 2,4% auf nunmehr 24,3%. 2015 hat sich jedoch gezeigt, dass der Abwärtstrend des italienischen Markisenmarktes langsam zu Ende geht. Erstmals konnte wieder ein Umsatzplus (+0,5%) erwirtschaftet werden – bei gleichzeitig deutlich geringeren Absatzeinbußen (-0,8%) als noch in den vergangenen Jahren. In den nächsten Jahren prognostiziert Interconnection Consulting für Italien ein durchschnittliches Wachstum in Menge von 1,6% pro Jahr.

ZIP-Screens auf dem Vormarsch

Im vergangenen Jahr konnten alle Produktgruppen am Markt für Markisen ihren Absatz steigern. Die unangefochtene Nummer Eins bleibt dabei die Gelenkarmmarkise mit einem, in den letzten Jahren, konstanten Marktanteil von 51,9%. Mit 602.972 verkauften Einheiten im vergangenen Jahr konnte der Absatz bei Gelenksmarkisen länderübergreifend um 1,4% gesteigert werden. Zwar noch an zweiter Stelle, jedoch Marktanteile einbüßend (-0,9% in den letzten drei Jahren), liegen die Vertikalmarkisen (20,7%). Das stärkste Wachstum verbuchten 2015 die sogenannten ZIP-Screens (eine Art Fenstermarkise) mit einem Plus von 3,9% in Menge. Wobei auch hier länderspezifische Unterschiede zu erkennen sind. Während in den Niederlanden ZIP-Screens bereits 18,6% des gesamten Markisenmarkts ausmachen, hat sich diese Produktgruppe in Spanien noch nicht durchgesetzt (5,4%). Auf der Iberischen Halbinsel sind vor allem noch die klassischen Vertikalmarkisen sehr populär (34,3%).

Steigende Motorisierung lässt Kassen klingeln

Insgesamt nimmt die Motorisierung bei Markisen stetig zu. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz motorisierter Produkte um 2,5%, während die verkaufte Menge von nichtmotorisierten Markisen nur um 0,6% anstieg. Auch der Motorisierungsgrad weist regionale Unterschiede auf: Während in Deutschland mehr als dreiviertel (75,6%) aller Markisen motorisiert sind, sind es in Italien und Spanien noch weniger als die Hälfte aller verkauften Markisen (44,6% respektive 45,3%). Steigende Nachfrage nach motorisierten Markisen heißt gleichzeitig auch höhere Preise für Markisen. Bis 2018 soll der Umsatz in der Branche, laut Interconnection, durchschnittlich um 3,8% jährlich ansteigen.

Marktforschung wird immer komplexer – Jahr für Jahr. Gut, dass es die Gelegenheit gibt, über neue Themen nicht nur zu lesen, sondern sie praxisnah zu erleben. Kontakte in die ganze Welt zu knüpfen. Bestehende Kontakte zu intensivieren