Fensterbranche in der DACH-Region am Beginn eines Leidensweges

04. Mai 2020 • News • Interconnection Consulting • Branchenstudien • Marktdaten • Marktforschung • Wirtschaftsstatistik • Bau & Wohnen • Handel & Dienstleistung • Produktion

COVID-19 versetzt nicht nur die Welt in Angst und Schrecken, sondern auch den Fenstermarkt im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) für die nächsten Jahre in eine Rezession.


Studienauszug: Fenster in der DACH Region 2020

COVID-19 versetzt nicht nur die Welt in Angst und Schrecken, sondern auch den Fenstermarkt im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) für die nächsten Jahre in eine Rezession. Für das Jahr 2020 wird in der Fensterbranche der DACH-Region ein Absatzrückgang von 7,2 Prozent prognostiziert. Zwischen 2019 und 2023 wird der durchschnittliche jährliche Absatzrückgang einen Prozentpunkt betragen, wie eine neue Studie von Interconnection Consulting zeigt.

Für das Jahr 2020 wird in der Fensterbranche der DACH-Region ein Absatzrückgang von 7,2 Prozent prognostiziert. Zwischen 2019 und 2023 wird der durchschnittliche jährliche Absatzrückgang einen Prozentpunkt betragen, wie eine neue Studie von Interconnection Consulting zeigt.

In der Prognose von Interconnection sind aufgrund der Sondersituation Unsicherheiten zu berücksichtigen. Die Zahlen der Studie bilden das derzeit realistischste Szenario ab. In diesem sind das Neubausegment (-7,0% für 2020 erwartet) sowie das Renovierungssegment (-7,4%)  gleichermaßen von der Krise betroffen. Gerade der Einbruch im Wohnbausegment macht der Branche zu schaffen, da dieser Bereich für rund zwei Drittel des Umsatzes verantwortlich ist. Unabhängig von der heutigen Krise werden im Bereich der Rahmenmaterialien dem Trend folgend, Kombinationen weiter an Boden gewinnen.  Holz/Alu-Rahmen, die 2019 einen Marktanteil von 14,9% aufwiesen, werden ihren Anteil bis 2023 auf 15,6% erhöhen. Die Kunststoff/Alu-Fenster werden in diesem Zeitraum von 7,5% auf 8,0% zulegen. Das Holzfenster hingegen wird seinen dramatischen Rückgang weiter fortsetzen und bis 2023 nur noch einen Anteil von 11,8% für sich verbuchen können. 2015 lag dieser noch bei rund 14 Prozent.

Erst ab 2022 wieder leichter Aufstieg in Deutschland erwartet

In Deutschland wird der Umsatzrückgang der Branche in diesem Jahr voraussichtlich 6,0% gegenüber 2019 betragen. Erst 2023 wird der Umsatz wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Gerade der Wohnbau wird stark von der Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen beeinträchtigt, mit der Folge eines starken Rückgangs der Baufertigstellungen. Das beliebteste Rahmenmaterial ist mit Abstand PVC, welches rund die Hälfte des Absatzmarktes auf sich vereint. Gerade zwischen 2015 und 2019 hat PVC stark vom Neubauboom profitiert, da gerade die öffentlichen Bauprojekte stark vom Preis getrieben wurden. Metall liegt an zweiter Stelle, gefolgt von Holzfenstern. Gerade diese werden im Renovierungsbereich oftmals durch Holz/Alu-Rahmen ersetzt, deren Marktanteil kontinuierlich steigt.

Innovativer österreichischer Markt als Schutzschild gegen Krise

Auch in Österreich schickt COVID-19 die Fensterbranche in den nächsten Jahren in eine Rezession. Bis 2023 wird der durchschnittliche Umsatzrückgang bei 0,4% jährlich liegen. Damit wird der Marktwert von über 850 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 838 Mio. Euro im Jahr 2023 sinken. Der Wohnbau fällt in den folgenden Jahren auf das Niveau des Jahres 2015 zurück, was gleichzeitig starke Folgen für den gesamten Fenstermarkt hat, dessen Umsatz zu zwei Drittel vom Wohnbau gespeist wird. Der österreichische Markt hat insofern ein europäisches Alleinstellungsmerkmal, da dieser von Materialkombinationen dominiert wird. Gemeinsam kommen Holz/Alu und PVC/Alu-Kombinationen auf einen Marktanteil von 46,7%. „Diese innovative Kapazitäten der österreichischen Hersteller wird auch gebraucht werden, um diese Krise zu meistern“, erklärt Laszlo Barla, Autor der Studie.

Stärkster Rückgang in der Schweiz erwartet

Auch in der Schweiz ist Rezession am Fenstermarkt angesagt. Zwischen 2019 und 2023 wird der Rückgang durchschnittlich -1,7% jährlich betragen. Wobei aus heutiger Sicht der Objektbau schneller durch die Krise schreiten wird als der Wohnbau. Holz/Alu-Kombinationen mit über 40 Prozent sind in der Schweiz das absatzstärkste Produktsegment dicht gefolgt von PVC-Fenstern.

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