2019 sind 304 Menschen in Österreichs Bergen tödlich verunglückt

22. Jan 2020 • News • Österreichisches Kuratoriums für Alpine Sicherheit • Statistik • Infografik • Tourismus, Freizeit & Sport

Die Alpinunfallstatistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit hervorgeht, sind im Jahr 2019 304 Menschen in Österreichs Bergen ums Leben gekommen und 7.724 Verletzte in der Alpinunfalldatenbank zu verzeichnen.


Wie aus der Alpinunfallstatistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit / BM.I Alpinpolizei hervorgeht, sind im Jahr 2019 zwischen 1. Januar und 31. Dezember 304 Menschen in Österreichs Bergen ums Leben gekommen. Das Zehnjahresmittel liegt bei 295 Toten pro Jahr. Jeder Todesfall ist einer zu viel und zeigt wie wichtig die Präventionsarbeit im Bergsport ist, so Karl Gabl der Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit. Alpinpolizei, Vereine, Verbände und das Kuratorium leisten hier hervorragende Arbeit. Im Jahr 2019 starben österreichweit 46 Frauen (15%) und 258 Männer (85 %) am Berg. Der Tod am Berg ist männlich, dies zeigen auch die Zahlen aus der langjährigen Alpinstatistik.

m Jahr 2019 304 Menschen in Österreichs Bergen ums Leben gekommen

UNFALLZAHLEN GESAMT

Im Jahr 2019 sind 7.724 Verletzte in der Alpinunfalldatenbank zu verzeichnen. Etwa 300 Verletzte mehr als im Vorjahr 2018 und auch mehr als im 10-Jahresmittel (7.503).
Alpine Notrufe werden nicht nur bei Unfällen mit Toten und Verletzten abgesetzt, sondern auch von unverletzten Personen, die sich in einer misslichen Lage befinden (sog. Blockierung). Der Anteil der geborgenen Unverletzten hat in den vergangenen 10 Jahren signifikant zugenommen und machte im Berichtsjahr rund ein Drittel aller Notrufe aus. Dazu gehören Personen, die mit den Begebenheiten einer Tour und den Verhältnissen überfordert sind oder sich selbst überschätzt haben und in der Folge in eine alpine Notlage geraten.

Alpinpolizei und Bergrettung werden bei ihren Einsätzen im alpinen Gelände vor hohe technische Herausforderungen, aber auch physische und psychische Belastungen gestellt. Österreich verfügt über ein hervorragend organisiertes Rettungs- und Notfallsystem.

Der Bundesländervergleich zeigt, dass Tirol, wie in den Vorjahren, Spitzenreiter bei den Alpintoten (102), Verletzten (3.476) und Unfällen (3.664) ist, gefolgt von Salzburg mit 51 Toten, der Steiermark mit 43, Kärnten mit 36, Vorarlberg mit 31 und Niederösterreich mit 14 Toten (s. auch Grafik, Alpintote nach Bundesländern 2019 und Mittel 10 Jahre).

Betrachtet man die Verteilung der Unfalltoten in Österreichs Bergen nach Herkunft, so kommen fast alle Todesopfer aus dem europäischen Raum. Der Großteil der tödlich Verunglückten stammt im Jahr 2019, wie auch in den Jahren zuvor, aus Österreich (2019: 178 Tote, 59%), gefolgt vom Nachbarland Deutschland mit 85 Toten (28%; Mittel 10 Jahre: 25%). Eine wirkungsvolle Aufklärungs- und Präventionsarbeit zur Ausübung des Bergsports beginnt am besten bereits im Kindesalter und dies nicht nur im Inland, sondern auch in den Herkunftsländern der Alpinsportler. Kurse, Aus- und Fortbildungen bei alpinen Vereinen und Verbänden bieten hier vielzählige Möglichkeiten und können ein zielführender Ansatz sein.

ALPINTOTE NACH BETÄTIGUNG UND MONATEN

Die Bergsportdisziplin mit den meisten Unfalltoten im Jahr 2019 ist Wandern/Bergsteigen (107 Tote; 35%), gefolgt von tödlichen Unfällen bei Forstarbeiten (27 Tote) und auf (Ski-) Tour mit 26 Toten.
Etwa 27% der tödlich verunglückten Personen stirbt im langjährigen Mittel nicht beim Bergsport, sondern bei der Jagd, bei Forstarbeiten u. Ä., mit Fahrzeugen auf Bergwegen oder durch Suizid im Gebirge. Der relativ hohe Anteil an tödlichen Forstunfällen mit 27 Toten (9%) im Jahr 2019, dürfte vermutlich auf die vielen Forsteinsätze und Aufräumarbeiten der Sturmschäden vom November 2018 sowie den Schnee- und Lawinenschäden des äußerst schneereichen Winters 2018/19 zurückzuführen sein. 

Copyright Grafik: www.statista.com

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