Fridays for Future - Einstellungen der Teilnehmer und Verweigerer in Deutschland 2019

Die Studie gibt eine kulturpsychologische Einschätzung der Fridays for Futur Bewegung und analysiert Berechtigung, Sinnhaftigkeit und Legalität aus Sicht von Teilnehmern und Verweigerern der Demonstrationen unter deutschen Schüler.

Anbieter: rheingold institut
Veröffentlicht: Jan 2020
Preis: kostenlos
Studientyp: Marktforschung
Branchen: Umwelt & Ökologie • Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Friday for Future • Klimawandel • Nachhaltigkeit • Umweltschutz

Hoffnung auf spürbare Wirkung seitens der Schüler

Die Schüler berichten von der Hoffnung, dass ihr Protest – verbunden mit dem milden, zivilen Ungehorsam des Unterricht-Verweigerns an Freitagen – im Großen und Ganzen unserer Gesellschaft und Kultur etwas bewirken soll. Von den wöchentlichen Demos soll idealerweise ein Momentum in die Welt gehen, welche uns als Gesamt-Gesellschaft zum Innehalten und Umdenken hinsichtlich der bedrohlichen Entwicklungen bei Klima, Welternährung und Umwelt-Verschmutzung bringen soll. Die dabei vorgebrachten Argumente sind teils etwas pauschal (‚…müssen sofort aufhören CO2 in die Luft zu pusten‘), teils aber auch unterfüttert mit erlerntem Wissen sowie Fakten, um den Stand von Forschung und Einschätzung der globalen Situation. Offenbar haben die Schülerinnen und Schüler in Punkto Argumentation durchaus ihre Hausaufgaben gemacht!

Schwänzen – zwischen Politikum und schulischer Realität

Die Diskussion um die ausgefallene Schulzeit mutet dabei insgesamt sehr ‚deutsch‘ an. Während in anderen Ländern bei Protesten und Demos schon einmal Barrikaden brennen und Menschen bei Ausschreitungen ernsthafte Verletzungen erleiden, geht es in Deutschland, zumindest bei den FFF-Protesten, auffallend ruhig und friedlich zu. Und sogar die teilnehmenden Schüler hadern mit dem ‚Schwänzthema‘. Soll ich meine gute(n) Note(n) aufs Spiel setzen? Gar mein Abi versauen? Oder ist nicht gerade dieses Opfer ein Symbol für meine Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit?

So sind die Meinungen selbst unter den Schülern gespalten: Den einen ist der öffentliche wie private Diskurs um das Schwänzen geradezu Beweis genug, dass es notwendig ist, die Proteste in die Schulzeit zu verlegen. Den anderen ist dies unangenehm. Es erscheint ihnen – analog zu den Bedenken vieler Erwachsenen bzw. Offiziellen aus Politik und Schul-Ämtern – unangemessen und selbstschädigend. Obwohl mit den Zielen, Forderungen und Fragen der FFF meist einverstanden, verweigern diese Schüler die Teilnahme und nehmen, so er stattfindet, am freitäglichen Unterricht teil. Generell merkt man jedoch den an den Freitags-Demos teilnehmenden Schülern an: Ganz wohl ist dabei den wenigstens in ihrer Haut. Hieraus resultiert ein etwas zauderlicher Grundtenor, welcher bei früheren, vehementeren jugendlichen Protestbewegungen (68er; ‚Punk‘-Bewegung der 70er und 80er) so nicht überliefert ist.

Inhalte der Studie

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