Forsa Studie: BMEL Ernährungsreport Deutschland 2016 - Deutschland wie es isst

Welche Lebensweisen und Einstellungen der Menschen zu Lebensmitteln und Ernährung gibt es in Deutschland? Welche Trends und Entwicklungen? Wo kaufen Verbraucher in Deutschland ein und wie informieren sie sich über Ernährung und Lebensmittel?

Anbieter: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Veröffentlicht: Jan 2016
Preis: kostenlos
Studientyp: Marktforschung
Branchen: Bildung & Wissenschaft • Essen & Trinken • Gastronomie • Gesundheit • Handel & Dienstleistung • Land & Forst • Marketing & Medien • Mode & Lifestyle • Online & IKT & Elektronik • Tourismus, Freizeit & Sport • Umwelt & Ökologie
Tags: Digital Agenda • Einkaufsverhalten • Ernährung • Essen • Fleisch • Gemüse • Gender • Gesundheit • Kochen • Konsumverhalten • Lebensmittel • Lebensmittelhandel • Nachhaltigkeit • Naschen • Online-Shopping • Trinken

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Oktober 2015 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine repräsentative Befragung von 1.000 Bundesbürgerinnen und Bürgern ab 14 Jahre durchgeführt.

Die Themen der Umfrage

  • Klischees und Realität
  • Kochen in Deutschland
  • Die Lieblingsspeisen der Deutschen
  • Lebensmittelunverträglichkeit
  • Gesundes Essen
  • Einkaufsorte
  • Informationsquellen und Kaufentscheidung
  • Lebensmittelqualität
  • Lebensmittelverschwendung
  • Lebensmittelproduktion
  • Artgerechte Tierhaltung
  • Nachhaltigkeit und Verantwortung
  • Bildung, Erziehung und Ernährung

Klischees und Realität

Bei deutlich mehr Frauen (85 %) als bei Männern (66 %) kommen Obst und Gemüse täglich auf den Tisch. Der Anteil der Männer, die täglich Softdrinks trinken (16 %), liegt auch um zehn Prozentpunkte höher als der der Frauen (6 %). 42 Prozent der Männer (Frauen 33 %) naschen zudem gern vor dem Fernseher; 37 % bereiten sich gerne eine schnelle Tiefkühlpizza zu (Frauen 27 %). Frauen und Männer sind in gleichem Maße Naschkatzen! Sogar etwas mehr Männer (22 %) als Frauen (21 %) essen jeden Tag Süßes. Mit nur drei Prozent der Befragten liegt die Zahl derer, die nie Fleisch oder Wurst essen, recht niedrig. Frauen sind mit sechs Prozent bei den Vegetariern viel häufiger vertreten als Männer (1 %). Gleichzeitig sind immer mehr Menschen bereit, mehr Geld für Fleisch auszugeben, das aus artgerechter Haltung stammt.

Kochen im Trend

Deutschland kocht gern. Gut drei Viertel der Befragten (77 %) geben an, dass ihnen Kochen Spaß macht. Diese Begeisterung zieht sich durch alle Altersgruppen und trifft auf Alleinlebende ebenso zu wie auf Familien. Besonders ausgeprägt ist die Kochlust bei jungen Erwachsenen bis 29 Jahre (81 %), Frauen (80 %) und Großstädtern (80 %). Doch zwischen „gern tun“ und „tatsächlich tun“ klafft eine Lücke: Nur eine Minderheit der Befragten (41 %) kocht täglich. Überdurchschnittlich häufig tun dies Frauen (51 %) und die über 60-Jährigen (50 %). Ein gutes Fünftel der Befragten (22 %) steht hingegen höchstens einmal pro Woche am Herd, gut die Hälfte davon (12 %) greift sogar nie zum Kochlöffel.

Fleisch oder Gemüse?

Das Lieblingsessen der Deutschen ist mit Abstand die Pasta. Kartoffel, Gemüse und Salat liegen noch vor dem Schnitzel

Deutschland liebt Pasta. Ohne jede Vorgabe wurden die Befragten gebeten, drei Gerichte zu nennen, die sie besonders gerne essen. Spaghetti, Spätzle & Co. sichern sich mit 35 Prozent klar den ersten Platz beim Rennen um den Titel des Lieblingsgerichts der Deutschen. Mit deutlichem Abstand folgen Gemüse- und Kartoffelgerichte (18 %) sowie Fischgerichte (16 %). Das Schnitzel muss sich mit elf Prozent dem Salat (15 %) geschlagen geben. Fleisch und Wurst stehen dennoch hoch im Kurs – bei vier von fünf Befragten (83 %) kommen mehrmals die Woche Fleischprodukte auf den Tisch. Besonders bei männlichen Befragten gehört Fleisch dazu: Männer essen mehr als doppelt so häufig (47 %) wie Frauen (22 %) jeden Tag Wurst und Fleisch.

Gesunde Ernährung

Frauen achten stärker auf eine ausgewogene Ernährung. Ihnen gelingt das im Alltag auch häufiger als Männern (76 % zu 62 %). Frauen bevorzugen frisch Zubereitetes und greifen seltener zu Tiefkühlpizzen oder anderen Fertigprodukten. 27 Prozent der Frauen, aber 37 Prozent der Männer schlagen bei diesen Produkten gerne zu. Auch die Getränkeauswahl zeigt: 16 Prozent der Männer, aber nur sechs Prozent der Frauen trinken (mehrfach) am Tag Cola und süße Limonaden. Im Gegenzug sind Frauen aber auch die größeren Frustesser. Deutlich mehr Frauen (32 %) als Männer (15 %) geben an, öfter auch aus Frust zu essen. Die Lust auf Süßes ist im Alter zwischen 30 und 44 Jahren am größten – 30 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe essen täglich Süßigkeiten. Die 19- bis 29-Jährigen sowie die über 60-Jährigen verzichten eher auf Süßwaren: Nur zwölf Prozent der Jüngeren bzw. 17 Prozent der Älteren greifen täglich bei Schokolade, Gummibärchen oder Keksen zu

Lebensmitteleinkauf in Deutschland - Vielseitig und nah

Die Zufriedenheit mit der Vielfalt der Lebensmittelgeschäfte ist groß. Ob in Klein- oder Großstädten: Sieben von zehn Befragten (68 %) geben an, alle gewünschten Einkaufsmöglichkeiten in erreichbarer Nähe zu finden. Wo wird bevorzugt eingekauft? Mehr als die Hälfte der Befragten (59 %) kauft fast alle bzw. den Großteil ihrer Lebensmittel im Supermarkt, jeweils etwa ein Drittel im Discounter (35 %) und im Lebensmittelfachgeschäft (34 %). Vor allem die über 60-Jährigen (45 %) und Befragte aus kleineren Orten (46 %) geben häufiger an, den Großteil bzw. fast alle ihre Lebensmittel beim Metzger, in einer Bäckerei oder im Gemüseladen einzukaufen.

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