Marktforschungsbefunde zum Thema IRAN-Krieg in Österreich

Der Iran-Krieg hat in Österreich zu deutlicher Verunsicherung geführt. Laut aktuellen Befragungen von TQA Research, market und WIFO äußern über 85 % der Österreicherinnen und Österreicher Sorge über die Entwicklungen im Nahen Osten. Hauptängste sind steigende Energiepreise (75 %), Inflation (71 %) und eine Ausweitung des Kriegs (rund ein Drittel). Über die Hälfte rechnet mit neuen Flüchtlingsbewegungen.

Anbieter: marktmeinungmensch
Veröffentlicht: Apr 2026
Preis: kostenlos
Studientyp: Marktforschung • Statistik Online Datenbank
Branchen: Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
Tags: Energiepreise • Irankrieg • Krisen • Trump

Die Verantwortung für die Eskalation sehen viele Befragte diffus verteilt: Rund 40 % halten mehrere Länder gleichermaßen verantwortlich, wobei die USA häufig als zweitwichtigster Akteur genannt werden. Nur etwa 10 % sehen den Iran oder Israel als Hauptschuldige. Zwei Drittel glauben nicht an eine militärische Lösung, sondern fordern diplomatische Wege – typisch für die österreichische Friedens- und Neutralitätstradition.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Energie und Preise

Das WIFO meldet eine deutliche Eintrübung der Konjunkturstimmung. Der Konjunkturklimaindex lag im März 2026 bei –1,7 Punkten, beeinflusst durch Preisschübe und Unsicherheit. Besonders betroffen ist die Industrie (Sachgütererzeugung –7,4 Punkte), während Dienstleistungen (+1,1) und Bauwirtschaft (–2,6) stabiler bleiben.

Energiepreise belasten Unternehmen massiv. Die WKO warnt, dass allein die Angst vor Lieferausfällen oder Sanktionen die Preise antreibt – selbst ohne physische Knappheit. Besonders gefährdet sind energieintensive Branchen wie Chemie, Metall oder Düngemittelproduktion.

Konsum und Reisen

Etwa ein Fünftel der Befragten gab an, der Krieg habe bereits ihr Reiseverhalten verändert. Buchungszurückhaltung und Flugausfälle treffen Reiseveranstalter spürbar. Auch der Konsum schwächt sich ab: Rund 70 % erwarten, ihr Kaufverhalten wegen gestiegener Lebenshaltungskosten anzupassen, während nur 12 % angeben, unbeeindruckt zu bleiben.

Gesellschaftliche Dimension

Umfragen zeigen eine breite Angst vor globalen Folgen:

  • 79 % erwarten steigende Ölpreise,
  • 77 % Inflation,
  • 68 % verstärkte Terrorgefahr,
  • 59 % mögliche neue Flüchtlingswellen.

Besonders bemerkenswert: Ein Viertel der Österreicher glaubt an die Möglichkeit eines Dritten Weltkriegs. Zugleich misstrauen viele weltpolitischen Akteuren – fast die Hälfte meint, der Krieg werde politisch instrumentalisiert. Österreich zeigt damit ein starkes Sicherheits- und Stabilitätsbedürfnis, gepaart mit Außenpolitik-Skepsis.

Branchen und Konjunktur

Laut WIFO stagniert die Gesamtwirtschaft leicht im negativen Bereich. Die Industrie leidet unter Energiepreisen und schwacher Nachfrage, der Einzelhandel zeigt sich zurückhaltend (–11,7 Punkte Erwartungsindex). Dienstleistungen bleiben knapp über null, der Bau leicht im Plus. Es überwiegt „gedämpfter Optimismus“ – keine Panik, aber Vorsicht.

Wirtschaftspolitische Bedeutung

Österreichs Wirtschaftspolitik reagiert mit Preisstützungen, strategischen Energiereserven und Fokus auf Versorgungsautonomie. Entscheidend bleibt, Konsum und Unternehmensinvestitionen stabil zu halten, um Vertrauensverluste zu vermeiden.

Fazit

Die Marktforschung zeigt eine breite gesellschaftliche Verunsicherung bei gleichzeitig relativ stabilen wirtschaftlichen Fundamenten.

  • Ökonomisch dominieren Energiekosten und Inflationsdruck.
  • Gesellschaftlich herrschen Angst, Misstrauen und Friedenssehnsucht.
  • Politisch wird Stabilität und staatliche Handlungsfähigkeit erwartet.

Österreich steht damit exemplarisch für kleinere europäische Volkswirtschaften im geopolitischen Krisenumfeld: wachsam, belastet, aber widerstandsfähig.